Kallas in Israel: Leiden auf beiden Seiten durch Verhandlungen beenden

Bei ihrem Antrittsbesuch in Jerusalem betont die EU-Außenbeauftragte Kallas Israels Recht auf Selbstverteidigung. Den arabischen Plan zum Wiederaufbau für Gaza betrachtet sie mit Wohlwollen.
Von Israelnetz

JERUSALEM (inn) – Die EU-Beauftragte für Außenpolitik, Kaja Kallas, hat Israels Recht auf Selbstverteidigung gegen Terror bekräftigt. Am Montag traf sie in Jerusalem mit Außenminister Gideon Sa’ar (Neue Hoffnung) zusammen. Sie besuchten gemeinsam die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

Kallas sagte auf einer Pressekonferenz mit Sa’ar: „Leider kommt mein Besuch in einer schweren Zeit. Der Zusammenbruch der Feuerpause hat einen entsetzlichen Verlust von Leben verursacht.“ Mit Bezug auf den Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 ergänzte sie: „Ich verurteile erneut scharf die Gewalt der Hamas.“

Vor der Zusammenkunft mit Sa’ar hatte Kallas mit Angehörigen von Geiseln gesprochen. Es sei niemals einfach, Familien von Entführten zu treffen, die ihre Lieben verloren hätten oder um deren Leben fürchteten, sagte die Estin. „Die Europäische Union steht in Solidarität mit Israel und seinem Volk, nach den furchtbaren Angriffen am 7. Oktober 2023. Ich wiederhole jetzt, was ich heute Morgen gesagt habe: Die Wiederaufnahme von Verhandlungen ist der einzige praktikable Weg, um das Leiden auf allen Seiten zu beenden.“

Die aktuelle Eskalation führe zu einer unerträglichen Unsicherheit für die Geiseln und deren Familien, ergänzte Kallas. „Und sie führt gleichermaßen zu Schrecken und Tod für die Palästinenser.“ Dabei betonte sie: „Israel hat das Recht, sich gegen Terrorangriffe zu verteidigen – sei es von der Hamas, den Huthis oder der Hisbollah. Doch müssen militärische Aktionen angemessen sein. Israelische Angriffe in Syrien und dem Libanon bergen das Risiko einer weiteren Eskalation.“

Arabischer Aufbauplan „gute Grundlage“

Die Europäische Union begrüße den arabischen Aufbauplan für Gaza. Sie habe ihn am Vortag mit arabischen Außenministern in der ägyptischen Hauptstadt Kairo diskutiert, fügte Kallas hinzu.

Der israelischen Zeitung „Yediot Aharonot“ sagte sie in einem Interview: „Es gibt viele Aspekte, die man klären muss.“ Das erste Thema sei die Finanzierung. „Die zweite große Frage ist die Regierung in Gaza, und das ist ein Thema, das mit Israel abgestimmt werden muss. Die Hamas darf in der Verwaltung von Gaza keine Rolle erhalten, weil das auch eine Sicherheitsfrage für Israel ist.“

Der dritte Frage sei die der Sicherheit: „Wer wird verantwortlich dafür sein, zu gewährleisten, dass wir nicht wieder Angriffe wie am 7. Oktober sehen werden?“ Sie denke, dass der arabische Plan eine gute Grundlage für weitere Gespräche sei.

Kallas wurde in dem Interview auch gefragt, ob der Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofes (IStGH) gegen Premier Benjamin Netanjahu ein Hinderungsgrund für Besuche in der EU sei. Sie antwortete: „Der IStGH ist eine unabhängige Organisation. Wir kommentieren nicht die Entscheidungen, die von den Justizeinrichtungen getroffen werden.“ Ob sie dem Likud-Chef also nicht empfehle, nach Brüssel zu reisen? „Ich führe nicht die belgische Regierung. Sie müssen sie fragen.“ (eh)

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Schreiben Sie einen Kommentar

13 Antworten

  1. Kallas, eine wunderbare Frau: Leiden auf beiden Seiten durch Verhandlungen beenden…. Verhandlungen mit der Hamas? Nein.

    9
    1. Leiden auf beiden Seiten, ich kann es nicht mehr hören. Es gibt einen Agressor und einen Angegriffenen, der sich wehrt. Die Gazaouis hatten eine Chance nach dem israelischen Rückzug das Embryo eines Staates aufzubauen mit grosszügiger internationaler Unterstützung. Sie haben statt dessen Tunnels gegraben und Waffen gesammelt.

      9
    2. Ja, Albert, die Hamas wird nie alle Geiseln freilassen, sie sind ihre Überlebensstrategie. Wer das nicht kapiert, wird weiterhin die Hamas streicheln. Und wenn es dann schiefgeht, hat man ja noch sagen: Hamas gut, Netanjahu böse.

      In der Obamazeit gab es eine Witz. Obama sitzt mit Netanjahu zusammen und fragt ihn: Könnt ihr der Hamas nicht wenigstens ein bisschen entgegen kommen, sagen wir mal, sie darf nur die Hälfte von euch vernichten.

      Die Hamas wird sich nie ändern. Was passiert, wenn es den nächsten 7.10 am 15.8 oder 13.2 gibt? Wer ist dann schuld? Ja, richtig: Netanjahu. Doch die Hamas nicht.

      Ich habe mir die Liste angesehen, wer von den Geiseln unterschrieben hat. Da fehlen die Namen, die heute an die Öffentlichkeit gehen und die Hamas verantwortlich machen. Vielleicht sollte man darüber nachdenken, warum es ist. Die, die lange in Geiselhaft waren, schreckliches erlebt haben, die beteiligen sich nicht, dafür stehen aber Kinder auf der Liste, die nach ein paar Wochen freikamen.

      4
  2. Kallas hätte lieber die Gedenkstätte
    des Massakers besuchen sollen, einschließlich den zerstören Kibuzzinen. Vielleicht hätte sie dann besser verstanden, dass man mit den Terroristen nicht verhandeln kann. Das Leiden auf beiden Seiten beenden durch Verhandlung, sie möge es versuchen. Auch nach Wiederholung ihrer Worte klingen sie wenig durchführbar. Und wenn, dann nur wieder mit 300 Terroristen für 1 Israeli.

    6
  3. Frau Kallas ist durch die EU gebunden. Einfach bitter! Hoffentlich gewinnt sie künftig mehr Souveränität im Blick auf eindeutiges Stehen an der Seite Israels und gegen den islamisch-arabischen Terrorismus.

    7
  4. Kaja Kallas ist eine bemerkenswert engagierte Frau und eine gute Repräsentantin Europas. Sie wird zwar nicht alle Israel-Interessen glücklich machen, aber wir können uns auf mehr Gutes freuen ggü. Borrell, der ein Feind Israels war.
    Natürlich ist Kaja Kallas auch in anderer Hinsicht sehr engagiert, wenn alle so für die Ukraine in RUS gek#mpft hätten wie sie, dann gäbe es den Putin-Krieg nicht mehr.
    Aber auch im Nahen Osten tut eine engagierte Frau wie Kallas sehr gut, im Gegensatz zu
    Borrell, der klar GEGEN Israel Politik gemacht hat.
    Ich wünsche dieser Welt, dass wir in den nächsten Jahren Gerechtigkeit für das Jüdische Volk und für
    Ukraine erleben können. Kaja Kallas ist jedenfalls eine gute Europäerin, mal schauen, was auch Deutschland kommt…

    5
  5. Politik beginnt mit der Betrachtung der Wirklichkeit
    Keine noch so große Diplomatie, kann einen ideologischen Feind besänftigen.
    Wenn Diplomatie versagt, eskalieren Konflikte.
    Diplomatie, die nicht durch militärische Gewalt unterstützt wird ist ineffektiv.

    2
  6. Zitat EU-Außenbeauftragte Frau Kallas: „Die Wiederaufnahme von Verhandlungen ist der einzige praktikable Weg, um das Leiden auf allen Seiten zu beenden“
    Wenn Terroristen ein Dorf überfallen unschuldige Zivilisten abschlachten und einen Teil der Überfallenen als Geiseln kidnappen, ist jede Verhandlung der Willkür von hamas ausgesetzt. Mörder-hamas wollte und will Krieg. Verhandlungen sehen diese Verbrecher als die Möglichkeit Medienaufmerksamkeit für ihre so schmutzige wie menschenverachtende Propaganda zu nutzen.

    5

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

1600 verbleibende Zeichen

1600 verbleibende Zeichen

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen