Der Stein sei vor 14 Jahren von einer Gruppe französischer Priester in Auschwitz gestohlen worden. Der Museumsdirektor berichtet, dass eine Frau in der Gruppe den Backstein mitgenommen und einer anderen Frau übergeben habe. Die hätte Gewissensbisse bekommen und sich an einen Koscher-Überwacher in ihrem Wohnort in Frankreich gewandt, den sie an seiner Kleidung als Jude erkannt habe. Sie erzählte ihm, dass sie sich unwohl fühle, einen solchen Stein in ihrem Haus aufzubewahren. Sie wolle ihn „dem jüdischen Volk zurückerstatten“. Der Sohn jenes Juden aus Frankreich studiere an einer Jeschiwa (Talmudschule) in Jerusalem. Er brachte den entwendeten Backstein nach Jerusalem zum Siedlermuseum.
Vorläufig liegt der Backstein auf einem Sackfetzen auf einem Holzregal in dem winzigen Museum mit Fotos und anderen Erinnerungsstücken der Siedler des Gazastreifens. Der Direktor des Auschwitzmuseums, Peter Charles Chinsky, sei für 24 Stunden nach Israel geflogen, um den Stein zu prüfen, nachdem Wasserteil ihn über die Erstattung des makabren Diebesguts unterrichtet hatte. Beide Direktoren seien überein gekommen, dass der Stein vorläufig in dem Jerusalemer Museum bleibe, bis er nach Auschwitz zurückgebracht werde.