RAMALLAH (inn) – Eine palästinensische Tageszeitung hat von einem jüdischen Israeli berichtet, der versucht hat, einen Araber aus Bethlehem vor dem Ertrinken zu retten. Palästinensische Artikel, die Israelis positiv erwähnen, sind äußerst selten. Darauf weist die Medienbeobachtungsgruppe „Palestinian Media Watch“ (PMW) hin.
Die Zeitung „Al-Hajat al-Dschadida“ berichtete am 27. Juli über den Vorfall. Demnach ging ein junger Mann aus Bethlehem, Musa Abu Dajja, vor dem Sonnenuntergang und seiner Rückkehr nach Hause noch ein letztes Mal an der Küste von Jaffa ins Meer. „Aber er unterschätzte die Wellen, die ihn fortspülten.“ Einige Minuten später rief er um Hilfe.
„Einer der jüdischen Badegäste reagierte und eilte ins Meer“, heißt es weiter. „Es gelang ihm, Musas Hand zu ergreifen, aber die Kraft (des Wassers), die ihn fortzog, war stärker.“ Und so ließ der Israeli seine Hand los. „Er war der Letzte, der Musa sah, bevor er im Meer versank.“ Die Zeitung berief sich dabei auf einen Verwandten des Palästinensers, der das Geschehen beobachtet hatte. PMW dokumentierte den Artikel auf Englisch.
Rabbi als Friedensaktivist bezeichnet
Die Organisation macht auf weitere Ausnahmen aufmerksam. Ein Beispiel stammt aus dem Jahr 2013: Die offizielle palästinensische Tageszeitung bezeichnete den Rabbi Menachem Froman nach seinem Tod als „Siedler und Friedensaktivist“, der „energisch auf eine friedliche Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts hingearbeitet hat“. Froman lebte in der israelischen Stadt Tekoa im Westjordanland, südlich von Jerusalem.
Häufiger, aber immer noch selten in palästinischen Medien, ist laut PMW Lob für die israelische Demokratie oder israelische Arbeitsgesetze. Auch die medizinische Versorgung für Palästinenser findet mitunter lobende Erwähnung.
Von: tmp