Dreijährige entdeckt Skarabäus-Siegel

Bei einem Familienausflug hebt ein dreijähriges Mädchen einen Stein auf. Dieser entpuppt sich als archäologische Entdeckung.
Von Israelnetz

TEL ASEKA (inn) – Ein dreieinhalbjähriges Mädchen hat bei einem Familienausflug nahe der Stadt Beit Schemesch bei Jerusalem ein antikes Siegel entdeckt. Der Fundort befindet sich dort, wo sich laut biblischer Überlieferung der Kampf zwischen David und Goliath zutrug.

Die Familie Nizan aus dem zentralisraelischen Moschav Ramot Meir war Anfang März auf dem Tel Aseka unterwegs. Dort läuft seit fast 15 Jahren eine Ausgrabung der Universität Tel Aviv.

„Sie hob ausgerechnet diesen Stein auf“

Während des Ausflugs entdeckte die jüngste der drei Töchter, Siv, einen besonderen Stein. „Wir gingen auf dem Pfad“, erzählte ihre ältere Schwester Omer Nizan der Israelischen Altertumsbehörde. „Da drehte Siv sich um – und von allen Steinen, die dort herumlagen, hob sie ausgerechnet diesen Stein auf.“

Siv habe an dem Stein gerieben und den Sand entfernt, fügte das Mädchen hinzu. „Da sahen wir, dass daran etwas anders war. Ich rief meinen Eltern zu, dass sie kommen und den schönen Stein ansehen sollten. Wir erkannten, dass wir eine archäologische Entdeckung gemacht hatten! Sofort haben wir der Altertumsbehörde davon berichtet.“

Foto: Emil Aladjem/Israel Antiquities Authority
(v.l.) Archäologe Semjon Gendler, die Schwestern Omer, Siv und Noga Nizan sowie Ausgrabungsleiter Oded Lipschiz

Bei dem Fund handelt es sich um ein etwa 3.800 Jahre altes kanaanäisches Skarabäus-Siegel. Es stammt also aus der Mittleren Bronzezeit, wie Daphna Ben-Tur feststellte. Sie ist Expertin für frühzeitliche Siegel. Skarabäen waren demnach in Gräbern, öffentlichen Gebäuden und Privathäusern zu finden. Manchmal befanden sich darauf Symbole oder Botschaften, die religiöse Glaubensvorstellungen oder einen Standpunkt verdeutlichten.

Mistkäfer als Symbol für neues Leben

Der Skarabäus hat seinen Ursprung im alten Ägypten. Die Form ist einem Mistkäfer nachempfunden, der als heilig galt. Weil die Insekten eine Mistkugel erschaffen und darin ihre Eier ablegen, symbolisierte der Mistkäfer für die alten Ägypter neues Leben. Der ägyptische Name leitete sich vom Verb „erschaffen“ oder „herstellen“ ab.

Tel Aseka ist ein wichtiger Ausgrabungshügel. Wissenschaftler haben dort kulturelle Zeugnisse aus verschiedenen Epochen entdeckt. Dazu gehören Funde aus der Zeit des Königreiches Juda.

In der Einleitung der Geschichte von David und Goliath heißt es in der Bibel (1. Samuel 17,1): „Die Philister sammelten ihre Heere zum Kampf und kamen zusammen bei Socho in Juda und lagerten sich zwischen Socho und Aseka bei Efes-Dammim.“

Ausgrabungsleiter Oded Lipschiz sagte, in der Mittleren und Späten Bronzezeit sei Aseka eine der wichtigsten Städte der Ebene gewesen. Er traf die Schwestern am Fundort. „Der Skarabäus, den Siv gefunden hat, schließt sich an eine lange Liste von ägyptischen und kanaanäischen Funden an, die hier gemacht wurden“, erläuterte der Archäologe der Universität Tel Aviv. „Sie zeugen von den engen Verbindungen und den kulturellen Einflüssen zwischen Kanaan und Ägypten.“

Urkunde für gutes bürgerliches Verhalten

Semjon Gendler arbeitet bei der Altertumsbehörde in der Abteilung, die für Juda zuständig ist. Er lobte die Mädchen dafür, dass sie den Fund gemeldet hatten. Sie erhielten eine Urkunde für ihr gutes bürgerliches Verhalten.

Der Minister für kulturelles Erbe, Amichai Eliahu (Jüdische Stärke), merkte an: „Das Siegel, das die kleine Siv bei einem Familienausflug auf dem Tel Aseka gefunden hat, verbindet uns mit einer großen Geschichte, von früheren Kulturen, die es in diesem Land vor Tausenden von Jahren gab.“ Der Skarabäus „erinnert uns daran, dass in Erez Israel auch Kinder Teil der Entdeckung der Geschichte sein können“.

Foto: Emil Aladjem/Israel Antiquities Authority
Der Skarabäus soll Teil einer Ausstellung werden

Die Altertumsbehörde will das Skarabäus-Siegel in einer Ausstellung zum jüdischen Pessach-Fest zeigen, das am Abend des 12. April beginnt. Sie hat die ägyptische und die kanaanäische Epoche zum Thema. Bei der Schau auf dem „Jay und Jeanie Schottenstein Nationalen Campus für die Archäologie Israels“ in Jerusalem werden die meisten Gegenstände zum ersten Mal ausgestellt. (eh)

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Eine Antwort

  1. Ein kleiner, aber wohl bedeutender und aussagekräftiger Fund. Ob die kleine Finderin dafür wohl eine Belohnung erhalten hat?
    Immerhin war sie zur rechten Zeit am rechten Ort, um ausgerechnet dieses kleine Ding aus dem Staub zu klauben…….SHALOM ALEJCHEM

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