Das Drei-Tages-Seminar des „Internationalen Komitee des Roten Kreuzes“ soll die militanten Islamisten der „Issadin al-Kassam-Brigaden“, des militärischen Flügels der Hamas, dazu anhalten, sich bei ihrem Kampf gegen Israel an das Völkerrecht zu halten.
Das Rote Kreuz entwickelte dieses Programm in Zusammenarbeit mit islamischen Gelehrten vor einigen Jahren, startete es schließlich nach den Gaza-Kämpfen vergangenen Sommer. Dieses Jahr habe es sechs Sitzungen für insgesamt 210 Kämpfer gegeben, weiß die Zeitung „New York Times“ zu berichten. Diese Woche sei ein weiteres Seminar geplant. Reporter der Zeitung waren beim Juli-Kurs dabei. Rollenspiele und Fallstudien sind Teil der Kurse.
Skeptikern, die die Sinnhaftigkeit dieser Kurse anzweifeln, entgegneten Vertreter des Roten Kreuzes, dass die leitenden Hamas-Vertreter nun auch das internationale Bild ihres Kampfes in Betracht ziehen würden.
Der Direktor der Roten Kreuz-Delegation in Israel und den palästinensischen Gebieten, Jacques de Maio, sagte laut „New York Times“: „Hamas drückt in einem privaten, geschützten Raum, tatsächlich ihre Bereitschaft aus, kritisch auf eine Reihe von Dingen zu schauen, die einen Einfluss auf ihre Respektsebene zum Völkerrecht haben.“ Ob sich das in „etwas Konkretes übersetzt, wird die Zeit zeigen“, fügt de Maio an. (ms)